Akupunktur

Diagnosefindung und Therapieprinzipien der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), deren vermutete Ursprünge bis ca. 3300 v. Chr. zurückgehen, unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise wesentlich von den in der westlichen Medizin angewandten Prinzipien.

Grundlage ist ein ganzheitliches Verständnis des Menschen und der potentiell krankmachenden Faktoren, welche zu Dysbalancen oder Fehlen der als Funktion oder Energie verstandene Substanz "Qi"  führen. Dabei wird bei der Ursachenforschung, mehr als in der westlichen Medizin, neben rein körperlichen Ursachen, dem potentiellen Zutun von Vererbtem, Geist und Seele bei der Entstehung von Krankheiten und Beschwerden ein wesentlicher Anteil zugemessen.

 

Der größte Teil der TCM-Therapie fällt der Akupunktur zu. Hier bedient man sich einem Prinzip von mehreren verlaufenden Energiebahnen oder Meridianen am Körper, deren daraufliegende Punkte je nach Erkrankung in Kombination miteinander mit dünnen Nadeln stimuliert werden und durch Aktivierung von nervalen Strukturen und ihre darauf folgende Leitung in das zentrale Nervensystem (Rückenmark, Gehirn) und ihrer Antwort, zu heilenden Wirkmechanismen an Ort und Stelle oder im gesamten Körper führen.

 

Seit vielen Jahren hat sich die Akupunkturtherapie auch schon in Österreich etabliert und ist bei gewissen Indikationen den Therapieerfolgen der westlichen Medizin gleichzusetzen und häufig überlegen.

So hat auch z.B. der in Oberösterreich größte Versicherungsträger, die oberösterreichische Gebietskrankenkasse, die Nadelakupunktur für spezielle Erkrankungen in ihren Leistungskatalog aufgenommen und bietet hier eine teilweise Kostenrückerstattung an.

  • chronsiche Schmerzzustände
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Cervikalsyndrom (Hals-Nacken-Beschwerden)
  • Schleudertrauma
  • Spondylopathien
  • Morbus Scheuermann (Schmerzen durch Fehlstellung der Wirbelsäule)
  • Diskopathien (Beschwerden durch Bandscheiben)
  • Lumbalgien
  • Lumboischialgien
  • Degenerative Arthrosen
  • Chronische Arthritiden
  • Weichteilrheumatismus
  • Tendinitis (Entzündungen von Sehnen und Sehnenansätzen)
  • Epikondylopathien ('Tennisellbogen', 'Golferarm')
  • Bursitis (Schleimbeutelentzündungen)

 

 

Daneben gibt es jedoch noch zahlreiche weitere Indikationen bei denen die Akupunktur als alleinige Therapie oder ergänzend eingesetzt werden kann:

 

 Atemwege:

  • Bronchitis
  • Asthma bronchiale

HNO:

  • Pollinosis (Heuschnupfen)
  • Allergische Rhinitis
  • Schwindel
  • Tinnitus

Haut:

  • Urtikaria
  • Neurodermitis
  • Psoriasis
  • Herpes simplex, Herpes zoster

Magen-Darm-Trakt:

  • Singultus (Schluckauf), Hyperemesis (Übelkeit)
  • Ösophagitis
  • Gastritis, Gastroenteritis
  • Ulcus ventriculi, Ulcus duodeni
  • Obstipation (Verstopfung)
  • Durchfall
  • Reizdarm
  • Colitis ulcerosa
  • Morbus Crohn

Gynäkologie:

  • Zyklusstörungen, Dysmenorrhoe (Regelschmerzen)
  • Klimakterisches Syndrom
  • Fertilitätsstörungen
  • Geburtsvorbereitung
  • Geburtserleichterung
  • Laktationsstörung

Urologie:

  • Blasenentzündung, rezidivierende Harnwegsinfekte
  • Prostatitis
  • Reizblase
  • Harninkontinenz
  • Impotenz

Stütz und Bewegungsapparat:

  • Pseudoradikuläre Schmerzen
  • Gelenksschmerzen
  • Arthritis
  • HWS-Syndrom
  • BWS-Syndrom
  • LWS-Syndrom
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Epikondylopathien (Ellenbogen)
  • Schmerzen bei Arthrosen

Psyche und Psychosomatik:

  • Depressive Verstimmung
  • Schlafstörung
  • Erschöpfungszustand
  • Psychovegetatives Syndrom
  • Innere Unruhe
  • Therapiebegleitung bei Suchterkrankung

Neurologie:

  • Migräne
  • Spannungskopfschmerz
  • Trigeminusneuralgie
  • Interkostalneuralgie
  • Zosterneuralgie
  • Phantomschmerz
  • Polyneuropathie
  • Vegetative Dysfunktion

Herz-Kreislauf:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Hypertonie
  • Hypotonie

Weiters:

  • Tumorschmerzen
  • Postoperative Schmerzen
  • Immunstörung